Willkommen
Die Volkssternwarte Ubbedissen ist die Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e. V.
und wird ehrenamtlich betrieben durch die Arbeitsgemeinschaft (AG) Astronomie.
Öfnungszeiten und Termine
Bis auf Weiteres finden leider keine Veranstaltungen mehr statt!
Bitte besuchen Sie von Zeit zu Zeit unsere Internetseite für Aktualisierungen.

Nachrichten aus der Sternwarte

Weiter keine öffentlichen Veranstaltungen möglich

Zwar entspannt sich die akute Lage in der Corona-Pandemie, die Fallzahlen gehen in unserer Region auf niedrige zweistellige Werte heruter. Dennoch bleiben weiter (notwendige und sinnvolle) Einschränkungen bestehen. Auf der einen Seite sind wir durch unsere kleinen Räume nach wie vor nicht in der Lage, notwendige Abstände zwischen Besuchern (und auch uns) durchgehend zu ermöglichen. Weiter kommt hinzu, dass vom Land NRW Veranstaltungen in Räumen eines Alten- und Pflegeheimes nach wie vor untersagt sind (siehe Coronaschutzverordnung - CoronaSchVO vom 30.05.2020).
Dies betrifft leider auch interne Veranstaltungen, so dass auch weiterhin keine AG-Abende durchgeführt werden dürfen.

(BK, 01.06.2020)

Die nächsten Sechzig

Starlink6 Pünktlich Um 21:37 Uhr MESZ hob in Cape Canaveral, Florida eine Falcon 9 ab und transportierte die nächsten 60 Starlink-Satelliten ins all. Nach nur 9 Minuten sind die erforderlichen 27.000 km/h sowie 220 km Höhe erreicht und das Triebwerk wurde abgeschaltet. Nur Minuten später wurden die 60 Satelliten aus der Halterung gelöst, so dass sie fortan ihren Weg selbst beschreiten.
Mit Kurs Richtung Europa tauchte dieses Paket bei uns am Horizont um 21:50 Uhr auf. Bei genauem Hinsehen konnte man bereits erkennen, dass dieser helle Punkt ein ganz wenig langgezogen war: die Starlinks driften langsam auseinander.

Starlink6Animation Aufnahmezeit: 21:49-21:52 Uhr MESZ, 83 Einzelbilder je 2 s Belichtungszeit






Nun sind also in Summe 420 Starlinks im All. Davon 9 außer Betrieb (defekt).

Update 23.04.2020:
Inzwischen driften die 60 Satelliten immer weiter auseinander. Am Himmel zeigte sich eine langgestrekte Kette, die horizontnahe funkelnd an frühere Himmelslaternen erinnerten. Bei dem eigentlichen Überflug fast unsichtbar, blitzten alle Satelliten der Reihe nach tief am Horizont auf. Die Animation ist durch die Ausschnittsvergrößerung und die sehr hohe ISO-Zahl (für diese Kamera) und die Cirren etwas unscharf.

Starlink6 Starlink6Animation Aufnahmezeit: 21:55 Uhr MESZ, 45 Einzelbilder je 1/4 s Belichtungszeit, f3,5, ISO12500.





(BK, 22.04.2020, Update 23.04.2020)

Leuchtende Perlenschnur zieht über Bielefeld

Wer in diesen Tagen abends in den Himmel blickt, wird nicht nur die vielen hellen Sterne (Reste des Winter-Sternenhimmels) sehen, sondern im Westen auch einen besonders hellen Punkt: unseren Nachbarplaneten, die Venus. Durch die Nähe zur Erde, die Größe (etwa so groß wie unser Planet) und die lückenlose, dicke Wolkenschicht erscheint dieser Planet zurzeit besonders hell. Noch bis etwa Mitte Mai werden wir dieses auch als Abendstern bezeichnete Objekt beobachten können.

Als nächstes wird dem Beobachter noch etwas ganz anderes auffallen: den ganzen Abend lang kommen immer wieder aus Richtung Süd bis West Leuchtpünktchen, die quer über den ganzen Himmel nach Nord-Osten wandern. Ein Punkt nach dem anderen, im Abstand von weniger als einer Minute. Was ist das?

Diese Frage hören wir aktuell sehr häufig, gestern Abend berichteten wir darüber bei Radio Bielefeld.

Diese hellen Pünktchen sind "Starlink"-Satelliten des US-Unternehmens SpaceX. In ein paar Jahren sollen die dann etwa 12.000 Satelliten für ein weltumspannendes Internet sorgen (lediglich die Polbereiche fehlen, das wird aber gern ausgelassen). Bis die Internetverbindung für den Endverbraucher nutzbar wird, ist noch einiges zu tun: die Betreiber stecken aktuell in unzähligen Datenschutz-Verhandlungen mit nahezu allen Ländern der Erde, denn das neue Netzwerk muss sich den jeweils nationalen Rechten unterordnen. Gerüchten zur Folge könnte es aber bereits 2021 soweit sein. Bis dahin starten alle paar Wochen weitere 60 Exemplare, alleine für 2020 sind 24 Starts geplant (= 1.440 Satelliten).

Warum sind die Satelliten gerade jetzt so gut zu sehen?
Das hat zwei Gründe: zum Einen ist vor etwa einem Monat (am 18. März) eine Rakete von Florida aus mit 60 neuen Satelliten ins All gestartet. Diese wurden auf etwa 350 km Höhe abgesetzt und verteilen sich nun nach und nach gleichmäßig auf dieser Umlaufbahn. Später, in ein paar Wochen, werden die Satelliten ihre endgültige Höhe von ca. 550 km erreicht haben und dann deutlich lichtschwächer sein und schlechter sichtbar werden.
Zum anderen finden gerade in diesen Tagen die Überflüge zu den Abendstunden statt, so dass das Sonnenlicht diese dort oben noch beleuchtet, während es bei uns schon dunkel ist. Die milden Temperaturen und der klare, wolkenfreie Himmel sorgt für viele Beobachter.

Besonderer Hinweis:
Für den Mittwoch, 22.04. 21:37 Uhr MESZ ist ein weiterer Start geplant. Wenn alles klappt, fliegen möglicherweise die 60 neuen Starlink-Satelliten noch zusammenhängend in der Rakete etwa 20 Minuten später später über uns hinweg. Der nächste Überflug (90 Minuten später, also gegen 23:30 Uhr) könnte bereits nach der Abtrennung sein, also dann ganz eng beineinander 60 neue Pünktchen auf einer Schnur aufgereiht. Von SpaceX wird es hier voraussichtlich einen Livestream vom Start geben.
Alle Angaben ohne Gewähr!

Starlink Bildbeschreibung:
Am 21.04. zogen zwischen 22:00 und 22:20 Uhr MESZ knapp 40 Starlink-Satelliten von Süd-West nach oben durch das Bild. Die Lücken sind durch die Aufnahmepausen entstanden (Überlagerung aus 253 Einzelbildern).
StarlinkVideo






Des einen Freud - des anderen Leid!
Was für den Beobachter möglicherweise "nett anzuschauen" ist, stellt für viele ein ernstes und großes Problem dar: Wissenschaftler werden zunehmend Schwierigkeiten haben, längere Objektbeobachtungen (Messungen) durchzuführen, da immer wieder Satelliten durch das Bild ziehen. Das betrifft vor allem die optische Forschung (Stichwort: Großteleskope), aber auch andere Wellenlängen wie z. B. Mikrowellen-Astronomie (Radar-Astronomie). Die Starlinks funken zwischen 10 und 20 GHz sowie um 40 GHz ( Quelle) und stören auch hier.
Das ist im laufenden Betrieb. Was passiert, wenn ein Satellit am Ende seiner Tätigkeit angekommen ist? Geplant ist, dass der Satellit kontrolliert zur Erde absteigt, um dann in der Atmosphäre zu verglühen. Das ist dann kein Problem, wenn die Kommunikation zum Satelliten ungehindert funktioniert. Und wenn der Satellit "kaputt" ist? Was passiert dann? Was passiert, wenn irgendwann das Netzwerk aus 12.000 + 30.000 = 42.000 Satelliten besteht und dort irgendein Teil mit einem anderen kollidiert? Bei den enormen relativ-Geschwindigkeiten von teils 30 km/s wird alles zertrümmert und fliegt ab dann unkontrolliert in alle Richtungen. Diese Brocken könnten weitere Satelliten zerstören und so weiter. Die Folgen könnten verherend sein: so wäre es denkbar, dass die Erde von einer Trümmerwolke umgeben wird, die eine Passage (Durchflug) auf Jahre oder Jahrhunderte unmöglich macht. Diese Folge wurde bereits 1978 von Donald J. Kessler geäußert (Quelle).

(BK, 21.04.2020, Update 22.04.2020)

Sternwarte bleibt bis auf Weiteres geschlossen!

nCoV Derzeit fallen sämtliche Veranstaltungen unseres Vereines entsprechend der Anordnungen des Landes NRW sowie der Allgemeinverfügung der Stadt Bielefeld aus.
Sobald wir wieder Veranstaltungen anbieten können, dies wird vermutlich auch deutlich später als April sein, werden wir hier auf unserer Internetseite darüber informieren.



(CQJ, BK, 21.03.2020, am 21.04.2020 aktualisiert)

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